Welthunger durch Biosprit
Geschrieben von Admin am September 14 2010 11:56:41
Biosprit treibt Welthunger an !
Aufgrund der hohen Lebensmittelpreise ist die Zahl der
Hungernden weltweit um rund 50 Millionen auf 850
Millionen angestiegen. Ursache der Krise ist unter
anderem die Verdrängung der Nahrungsmittelproduktion
durch den Anbau von Energiepflanzen für Biosprit.
Wegen der hohen Lebensmittelpreise ist nach Angaben der UN die Zahl der Hungernden weltweit um rund 50 Millionen gestiegen. Mehr als 850 Millionen Menschen würden nicht mehr satt, erklärte die Welternährungsorganisation (FAO) am Donnerstag auf einer Konferenz in Brüssel. „Für die armen Länder hat das Emporschnellen der Lebensmittel- und Energiepreise ernste Folgen“, sagte FAO-Direktor Jacques Diouf.
Ursachen der Krise seien die steigende Nachfrage infolge des Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums in Schwellenländern wie China oder Brasilien, eine Verdrängung der Nahrungsmittelproduktion durch den Anbau von Energiepflanzen für Biosprit sowie die Zunahme von Extremwetterlagen, sagte Diouf. Wegen der globalen Erwärmung fielen die Ernten immer häufiger Überschwemmungen und Dürren zum Opfer.
Kritik an Biosprit-Ziel der EU
Der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, John Holmes, appellierte an die EU, die geplante Steigerung des Biosprit-Verbrauchs zu überdenken. Die Staatengemeinschaft sollte sich ihr Ziel, den Anteil von Biosprit am Treibstoffverbrauch bis 2020 auf zehn Prozent zu steigern, „noch einmal anschauen“, sagte Holmes.
Viele Nichtregierungsorganisationen warnen schon seit Monaten, der Anbau von Energiepflanzen gehe zulasten der Lebensmittelproduktion. Zudem würden in Schwellenländern wie Brasilien und Indonesien für Energiepflanzen-Plantagen sogar Regenwälder gerodet, was den angestrebten klimapolitischen Nutzen von Biosprit zunichtemache. Die EU will diesem Problem mit Nachhaltigkeitskriterien für die Herstellung von Biokraftstoffen begegnen.
Lebensmittelproduktion muss verdoppelt werden
Um der Hungerkrise zu begegnen, muss die weltweite Lebensmittelproduktion nach Einschätzung der FAO bis 2050 verdoppelt werden. Dieser Produktionszuwachs müsse vor allem in den Entwicklungsländern selbst erfolgen, damit diese ihre Bevölkerung selbst ernähren könnten. Dieser Grundsatz werde in der Entwicklungshilfe seit Jahren vernachlässigt, klagte Diouf: „Der Anteil der Agrarmittel an der offiziellen Entwicklungshilfe ist von 17 Prozent im Jahr 1980 auf nur noch drei Prozent im Jahr 2006 gesunken.“
WTO-Chef Pascal Lamy kritisierte, die Entwicklung einer produktiven Landwirtschaft in den armen Ländern sei durch die Agrarpolitik der EU und der USA jahrzehntelang behindert worden. Mit Exportsubventionen für ihre eigenen Agrarprodukte hätten die Industriestaaten den Weltmarkt überschwemmt und damit „stark zur Einschränkung der Produktionskapazitäten in den Entwicklungsländern beigetragen“, sagte Lamy.